CDRterra2 – Forschungsprogramm zur CO₂-Entnahme

CO₂-Entnahme als Baustein für Treibhausgasneutralität

CDRterra untersucht, welche Rolle die Entnahme von CO₂ aus der Atmosphäre für die Erreichung von Treibhausgasneutralität in Deutschland spielen kann – und unter welchen Bedingungen ihr Einsatz sinnvoll, wirksam und verantwortbar ist. Auch bei ambitionierter Emissionsminderung werden langfristig Restemissionen verbleiben, etwa in Landwirtschaft, Industrie oder Verkehr. Ihre Kompensation erfordert zusätzliche CO₂-Entnahme.

Wissenschaftliche Grundlagen für den Einsatz von CO₂-Entnahme

Die Fördermaßnahme schafft dafür eine wissenschaftliche Grundlage: Sie analysiert Potenziale, Risiken und Zielkonflikte verschiedener Ansätze und untersucht, wie sich CO₂-Entnahme in bestehende Klima- und Landnutzungssysteme integrieren lässt. Dabei wird klar eingeordnet: CO₂-Entnahme ist kein Ersatz für Emissionsreduktionen, sondern eine ergänzende Maßnahme mit begrenztem Potenzial.

Phase 1 (2021–2025): Potenziale, Risiken und Nachhaltigkeit im Vergleich

Zehn Verbundprojekte untersuchten grundlegende Fragestellungen zu landbasierten Verfahren der CO₂-Entnahme. Im Fokus standen Potenziale, Nachhaltigkeitsaspekte, Risiken sowie der systematische Vergleich unterschiedlicher Methoden.

Phase 2 (seit November 2025): Von der Grundlagenforschung zur Anwendung

In der zweiten Phase arbeiten 17 Verbundprojekte, die an die Ergebnisse der ersten Phase anknüpfen und diese unter anwendungsnäheren Bedingungen weiterentwickeln. Im Zentrum stehen Fragen der praktischen Umsetzbarkeit, Integration in bestehende Systeme sowie Anforderungen an Messbarkeit und Regulierung. Gleichzeitig wird das Methodenspektrum erweitert und stärker in konkrete Handlungsoptionen übersetzt.

Interdisziplinäre Verbünde und ein erweitertes Methodenspektrum

Die Verbünde decken ein breites Spektrum an CO₂-Entnahmeansätzen ab – von land- und forstbasierten Methoden über technische Verfahren bis hin zu Fragen der Bewertung, Governance und gesellschaftlichen Einbettung. Ziel ist ein systemisches Verständnis möglicher Beiträge von CO₂-Entnahme im Kontext nationaler und europäischer Klimastrategien.

Systematische Auswertung und Einordnung der Forschungsergebnisse

Ein zentrales Element ist die übergreifende Synthese der Ergebnisse: Forschungserkenntnisse werden vergleichend ausgewertet, zusammengeführt und für Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit aufbereitet. Diese Aufgabe übernimmt das Synthese- und Transferprojekt CDRSynTra2. Über dieses Projekt wird das vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt geförderte Forschungsprogramm CDRterra an der Ludwig-Maximilians-Universität München koordiniert.

Für weitere Informationen:

CDRterra – Forschungsprogramm zu landbasierten CO2-Entnahmemethoden

Laufzeit
11/2025 - 10/2028
Projektleitung
Prof. Dr. Julia Pongratz
Fachgebiet
Geographische Gesellschaft-Umwelt-Forschung, Klimatologie, Modellierung, Vegetationsgeographie
Gefördert durch
Bundesministerium Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR)