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DeepDyn Workshop in Bayreuth

14.04.2026

Zusammenfassung der Magnetomicrobiological Spring School

Gruppenbild der Magnetomicrobiological Spring School

Gruppenbilder der Teilnehmenden der Magnetomicrobiological Spring School | © Julia Kollofrath

Rückblick: Interdisziplinäre Magnetomicrobiology Spring School 2026 an der Universität Bayreuth

Vom 9. bis 10. April 2026 versammelten sich Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler des DFG-Schwerpunktprogramms 2404 DeepDyn, externe Forschende sowie Lehrkräfte und Schülerinnen zur Magnetomicrobiology Spring School an der Universität Bayreuth. Unter der Leitung von Daniel Pfeiffer bot die Veranstaltung eine Plattform, um die komplexen Zusammenhänge zwischen mikrobieller Motilität und geomagnetischen Feldern zu explorieren.

Experten präsentieren aktuelle Forschungshighlights

Das Vortragsprogramm schlug eine Brücke zwischen der Mikrobiologie und den Geowissenschaften. Die Referenten forschen aktiv innerhalb des DeepDyn-Netzwerks und lieferten entscheidende Impulse für die aktuelle Debatte:

  • Dirk Schüler: How magnetotactic bacteria make and arrange their magnetosomes – Dieser Vortrag analysierte die molekularen Mechanismen, mit denen Bakterien magnetische Nanokristalle biomineralisieren und in Ketten organisieren.
  • Daniel Pfeiffer: Mechanisms of Magnetic Navigation in Bacteria – Der Beitrag erläuterte die biophysikalischen Grundlagen der Magneto-Aerotaxis und wie Zellen sensorische Reize in gerichtete Bewegung umsetzen.
  • Bill Orsi: Magnetotaxis in microbial eukaryotes – Hier stand die Entdeckung und ökologische Bedeutung von Einzellern mit Zellkern im Fokus, die ebenfalls eine magnetische Orientierung aufweisen.
  • Stuart Gilder: Biological role of the magnetic field record in sediments – Der Vortrag beleuchtete, wie magnetotaktische Bakterien nach ihrem Absterben als Magnetofossilien zur dauerhaften Speicherung des Erdmagnetfeldes beitragen.
  • Michael Winklhofer: Magnetic orientation in animals and underlying magnetoreception mechanisms – Dieser Exkurs in die Zoologie verglich die bakteriellen Navigationssysteme mit den komplexen Sinnesorganen von Tieren wie Zugvögeln oder Insekten.
  • Monika Korte: Geomagnetic field secular variation and potential impacts of extreme changes – Die Präsentation diskutierte die Dynamik des Erdmagnetfeldes über lange Zeiträume und die möglichen Folgen von Polumkehrungen für biologische Systeme.

Laborpraxis: Von der Umweltprobe zum automatisierten Tracking

Laborarbeit während dem Workshop

Laborarbeit während dem Workshop | © Julia Kollofrath

Die Teilnehmenden verließen den Hörsaal regelmäßig, um theoretische Konzepte direkt in die Praxis umzusetzen:

  1. Exploration im Feld: Die Gruppe sammelte Sedimentproben aus den Teichen des Bayreuther Universitätsgeländes. Im Labor reicherten sie die Mikroorganismen an und beobachteten die Reaktionen der Magnetotaktischen Bakterien unter dem Lichtmikroskop.
  2. Mutanten-Analyse: Die Forschenden charakterisierten verschiedene Stämme von Magnetospirillum gryphiswaldense. Dabei identifizierten sie gezielt Defekte in der magnetischen Orientierung und der Flagellen-Motilität.
  3. Präzisionsmessung: Ein methodischer Schwerpunkt lag auf dem Single-Cell Tracking. Mithilfe automatisierter Systeme verfolgten die Teilnehmenden die Schwimmbahnen einzelner Zellen. Dabei dokumentierten sie eindrucksvolle „U-Turns“ von Umweltisolaten als Reaktion auf magnetische Feldumkehrungen.

Synergien und wissenschaftliche Vernetzung

NachwuchswissenschaftlerInnen vernetzen sich

NachwuchswissenschaflterInnen vernetzen sich. | © Julia Kollofrath

Die begleitende Poster-Session und die Projektpräsentationen boten Raum für intensives Networking innerhalb des SPP 2404. Die lebhafte Kommunikation während des Networking-Dinners am Abend schuff neue Synergien zwischen den Teilnehmern der Spring School.

Das Fazit der Organisatoren fällt positiv aus: Der Workshop bildete den gesamten Forschungsprozess ab – von der Probennahme im Schlamm bis zur Analyse im Labor. Wir danken allen Beteiligten für den inspirierenden wissenschaftlichen Austausch.

Stimmen zum Workshop

„Der Workshop hat mir sehr viel Spaß gemacht.“ (teilnehmende Doktorandin)

„Ich konnte dadurch bereits viele Ideen und Forschungsrichtungen für meine W-Seminararbeit sammeln.“ (teilnehmende Schülerin)