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SO-KLIM Forschungsgruppe auf Expedition im westlichen Weddellmeer

06.03.2026

Alexander Haumann und Rowan Brown (SO-KLIM) sind derzeit auf Forschungsexpedition im westlichen Weddellmeer (Antarktis). Sie untersuchen Meereisschmelze und Wasserdurchmischungsprozesse, die zentral für Ozeanzirkulation, Kohlenstoff- und Wärmeflüsse sind.

Ozeanographische Messungen durch Löcher im Meereis (Bild: A. Haumann)

Die Expedition „Summer Weddell Outflow Study (SWOS)“, geleitet vom Alfred-Wegener Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) begann am 6. Februar 2026 und wird bis zum 11. April 2026 dauern. Alexander Haumann und Rowan Brown aus der SO-KLIM Forschungsgruppe sind Teil dieser internationalen Forschungsinitiative. Sie untersuchen insbesondere, wie das Schmelzen von Meereis durch den Ozean beeinflusst wird und welchen Einfluss die Durchmischung von Wassermassen auf Wärme- und Süßwasserflüsse im westlichen Weddellmeer habeneinem Gebiet, das bisher nur unzureichend beobachtet und verstanden wurde, vor allem aufgrund der schwierigen Zugänglichkeit dieser Region.

An Bord des Forschungsschiffs Polarstern konzentrieren sich die WissenschaftlerInnen auf verschiedene Aspekte des gekoppelten Systems, von Meereisprozessen über Eis-Ozean- und Eis-Atmosphäre-Wechselwirkungen bis hin zu Ökosystemparametern, sowie klassischen und modernen ozeanographischen Messungen. Ein besonderer Schwerpunkt der Gruppe liegt auf der Messung von Wasserdurchmischung unter dem Meereis, welche wärmeres Wasser zum Eis führt und es potenziell zum Schmelzen bringt. Zu diesem Zweck setzen sie eine Reihe von Instrumenten durch Bohrlöcher im Eis ein, um Wärmeflüsse zu messen und Wasserproben für spätere Isotopenanalysen zu entnehmen, die es ermöglichen, Schmelzwasser aus dem Meereis im Ozean nachzuverfolgen.

Der Beginn der Expedition brachte mehrere Herausforderungen mit sich, um zum Forschungsschiff Polarstern zu gelangen, das in Punta Arenas auf die Teilnehmenden wartete. Nach langen Reiseverzögerungen verließ das Schiff am Morgen des 9. Februar den Hafen und erreichte am nächsten Tag die Drakepassage.

Nach der Überquerung der Drakepassage wurde eine erste Verankerung erfolgreich nahe der Elefanteninsel ausgebracht, und die Reise führte weiter durch die atemberaubende Landschaft des Antarktischen Sunds in das Weddellmeer. Dort stellten die WissenschaftlerInnen die ersten Instrumente auf Eisschollen auf und führten einen Messquerschnitt vom Kontinentalschelf in den tiefen Ozean durch, um wichtige Daten über den Einfluss der Gezeiten auf die Durchmischung des Ozeans und das Meereis zu sammeln. Anschließend ging die Reise weiter nach Süden, wo die Eisbedeckung zunahm und das Vorankommen des Schiffes durch das Meereis immer langsamer wurde. In den folgenden Wochen soll ein ähnlicher Messquerschnitt weiter südlich wiederholt werden. Ob und wie gut dieses Ziel erreicht wird, werden die aktuellen Eisbedingungen bestimmen. In dieser südlichen Region, machen sich die Forschenden auf die Suche nach dichtem Schelfwasser, welches sehr kalt ist und die dichteste und tiefste Wassermasse des globalen Ozeans bildet.

Pinguin vor der Polarstern (Bild: A. Haumann)