Neuer Artikel in Landscape and Urban Planning
17.06.2026
Uta Schirpke und ihre Kolleg*innen haben untersucht, wie Veränderungen der Landschaft unsere Naturerfahrung beeinflussen.
17.06.2026
Uta Schirpke und ihre Kolleg*innen haben untersucht, wie Veränderungen der Landschaft unsere Naturerfahrung beeinflussen.
Wir stehen mit den Landschaften um uns herum auf vielfältige Weise in Verbindung: Sie können Orte der Zugehörigkeit, Identität, Erholung und Lebensqualität sein. Verändern sich diese Landschaften, verändert sich damit auch unsere Beziehung zur Natur. Ein neuer Artikel von Schirpke et al. zeigt: Selbst wenn sich natürliche Lebensräume wieder ausbreiten, kann es Menschen schwerfallen, mit solchen Veränderungen umzugehen.
Während die Landschaftsforschung immer präzisere Methoden entwickelt hat, um physische Veränderungen von Landschaften zu erfassen, bleibt eine zentrale Frage bestehen: Wie erleben Menschen solche Veränderungen? Während manche Menschen bestimmte Veränderungen begrüßen, werden dieselben Entwicklungen von anderen als Verlust empfunden. Das ist abhängig von persönlichen Erfahrungen, kulturellen Hintergründen, Wertvorstellungen und lokalen Gegebenheiten.
In ihrem neuen Artikel, der in Landscape and Urban Planning veröffentlicht wurde, analysierten Prof. Uta Schirpke und ihre Kolleg*innen Sebastian Candiago, Konrad Gray, Franziska Komossa, Karoline Hemminger, Markus Meyer, Thomas M. Schmitt, Brenda Maria Zoderer und Manuel Ebner eine Diskussion unter führenden Landschaftsforscher*innen und gingen dabei folgenden Fragen nach:
Wie können wir die Auswirkungen von Landschaftsveränderungen auf den Menschen messen?
Karten oder Satellitendaten können uns Aufschluss über physische Landschaftsveränderungen geben (z. B. Waldfläche, Veränderungen der Landnutzung, Anzahl und Größe von Lebensrauminseln). Solche Metriken können allerdings nicht erfassen, wie Menschen solche Veränderungen erleben. Um das zu analysieren, müssen Forschende direkt mit den Menschen in Kontakt treten, beispielsweise durch Interviews, Fragebögen, partizipative Ansätze oder Social-Media-Analysen.
Warum nehmen Menschen Landschaftsveränderungen unterschiedlich wahr?
Menschen reagieren sehr unterschiedlich auf Veränderungen ihrer Umwelt. Sozialer Hintergrund, kulturelle Traditionen, politische Systeme und bevorzugte Informationsquellen beeinflussen die Wahrnehmung von Veränderungen ebenso wie Alter, Geschlecht, Bildung, Werte oder persönliche Interessen.
Was kann die Landschaftswissenschaft besser machen?
Mithilfe einer SWOT-Analyse zeigten die Forschenden, dass die Landschaftsforschung Entscheidungsträger dabei unterstützen kann, die Auswirkungen von Landschaftsveränderungen auf Ökosysteme und Menschen besser zu verstehen. Gleichzeitig werden wichtige soziale und kulturelle Dimensionen bislang teilweise vernachlässigt. Neue Ansätze wie Künstliche Intelligenz, die Analyse sozialer Medien und partizipative Methoden bieten großes Potenzial, die Perspektiven von Menschen stärker einzubeziehen. Eine Herausforderung bleibt jedoch, wissenschaftliche Erkenntnisse wirksam in politische und planerische Entscheidungsprozesse zu übertragen.