Neue Forschungswebsite zeigt Flächenpotenziale und Herausforderungen für landbasierte CO₂-Entnahme
11.08.2026
Wie viel Fläche braucht CO₂-Entnahme? Das STEPSEC-Webportal zeigt Potenziale, Szenarien und Zielkonflikte landbasierter CDR-Maßnahmen.
11.08.2026
Wie viel Fläche braucht CO₂-Entnahme? Das STEPSEC-Webportal zeigt Potenziale, Szenarien und Zielkonflikte landbasierter CDR-Maßnahmen.
Wie viel Fläche steht in Deutschland für die Entnahme von CO₂ aus der Atmosphäre zur Verfügung? Welche landbasierten Maßnahmen sind wo sinnvoll – und welche Zielkonflikte entstehen dabei? Eine neue interaktive Website des Forschungsprojekts STEPSEC macht Forschungsergebnisse zu diesen Fragen anschaulich zugänglich.
Um die Klimaziele zu erreichen, reicht es nicht aus, Treibhausgasemissionen deutlich zu reduzieren. Für unvermeidbare Restemissionen wird zusätzlich die Entnahme von Kohlendioxid (CO₂) aus der Atmosphäre, sogenanntes Carbon Dioxide Removal (CDR), benötigt. Das Forschungsprogramm CDRterra untersucht die Potenziale, Risiken und Voraussetzungen verschiedener landbasierter CDR-Verfahren und schafft damit wissenschaftliche Grundlagen für die Bewertung möglicher Klimaschutzpfade. Ein Teil dieser Forschung fand im Verbundprojekt STEPSEC unter Leitung von Prof. Dr. Julia Pongratz (LMU) statt, das die Potenziale landbasierter CDR-Maßnahmen unter realistischen ökologischen und gesellschaftlichen Bedingungen analysierte. Im Fokus standen dabei unter anderem Aufforstung, Waldbewirtschaftung und Bioenergie mit CO₂-Abscheidung (BECCS) sowie deren Auswirkungen auf Biodiversität, Wasser und Landnutzung.
Interaktive Karten machen Forschungsergebnisse sichtbar
Die neue STEPSEC-Website bereitet die Ergebnisse des vierjährigen Forschungsprojekts in Form interaktiver Karten auf. Diese zeigen Flächenpotenziale für landbasierte CDR-Maßnahmen in Deutschland und verdeutlichen, wie stark diese von unterschiedlichen Landnutzungsszenarien abhängen. Land ist eine begrenzte Ressource und bereits durch Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Siedlung, Energiegewinnung und Naturschutz stark beansprucht. Zusätzliche CDR-Nutzung kann bestehende Nutzungskonflikte verstärken, aber auch Synergien ermöglichen.
Die Analysen von STEPSEC zielen daher nicht nur auf theoretische CO₂-Entnahmepotenziale, sondern auf deren Realisierbarkeit unter Berücksichtigung von Boden- und Wasserverfügbarkeit, landwirtschaftlichen Entwicklungen sowie sozioökonomischen und politischen Rahmenbedingungen.
CDR zwischen Klimaschutz, Landnutzung und Biodiversität
Flächenintensive Maßnahmen wie Aufforstung stehen in Deutschland in Konkurrenz zu anderen Landnutzungen. Dies betrifft insbesondere Fragen der Ernährungssicherung, Biodiversität und Flächengerechtigkeit. Gleichzeitig können naturnahe Aufforstungen zur Kohlenstoffbindung beitragen und ökologische Funktionen stärken. STEPSEC betont daher die Bedeutung einer integrierten Betrachtung von CDR im Kontext multifunktionaler Landnutzung.
Zur interaktiven STEPSEC-Website
Für mehr Infos über CDRterra hier klicken.