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General Assembly brachte Forschende der zweiten CDRterra-Phase in Kassel zusammen

26.06.2026

Vom 24. bis 26. Juni 2026 kamen rund 120 Forschende der zweiten CDRterra-Förderphase in Kassel zur ersten General Assembly zusammen. CDRterra erforscht und bewertet landbasierte Verfahren zur CO₂-Entnahme und deren möglichen Einsatz.

© Emily Rathke

Vom 24. bis 26. Juni trafen sich rund 120 Wissenschaftler aus den 17 Verbundprojekten der zweiten Förderphase von CDRterra erstmals zur General Assembly in Kassel. Das vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) mit rund 33 Millionen Euro geförderte Forschungsprogramm untersucht landbasierte Verfahren zur CO₂-Entnahme aus der Atmosphäre und schafft wissenschaftliche Grundlagen für deren Bewertung, Weiterentwicklung und einen möglichen künftigen Einsatz. CDRterra vereint dafür 56 Institutionen aus ganz Deutschland. Die Veranstaltung markierte den Auftakt der programmweiten Zusammenarbeit in der neuen Förderphase: Die Projekte präsentierten ihre Forschungsvorhaben, diskutierten gemeinsame Schwerpunkte und entwickelten neue projektübergreifende Kooperationen.

Neue Schwerpunkte der zweiten Förderphase

Die zweite Förderphase baut auf den Ergebnissen der ersten Phase auf und vertieft ausgewählte Forschungsrichtungen. Während in der ersten Phase zunächst ein breites Spektrum von Verfahren zur CO₂-Entnahme (Carbon Dioxide Removal, CDR) hinsichtlich ihrer Potenziale, Grenzen und Wechselwirkungen untersucht sowie wissenschaftliche Bewertungsgrundlagen entwickelt worden waren, konzentrieren sich die neuen Verbundprojekte nun auf die Weiterentwicklung dieser Verfahren und auf die Frage, unter welchen Bedingungen sie künftig realistisch eingesetzt werden könnten.

Im Mittelpunkt der General Assembly standen vier übergreifende Forschungsschwerpunkte: die Weiterentwicklung von Anwendungen der Bioenergie mit CO₂-Abscheidung und -Speicherung (Bioenergy with Carbon Capture and Storage, BECCS), unter anderem durch neue Konzepte zur Nutzung biogener Reststoffe und Kaskadennutzung, neue Anwendungen der direkten CO₂-Abscheidung aus der Atmosphäre mit geologischer Speicherung (Direct Air Carbon Capture and Storage, DACCS), die Weiterentwicklung landnutzungsbasierter Verfahren sowie Forschung zu politischen und regulatorischen Voraussetzungen für einen möglichen Hochlauf der CO₂-Entnahme.

Wissenschaftliche Grundlagen für den Hochlauf der CO₂-Entnahme

„Um Treibhausgasneutralität zu erreichen, müssen wir Emissionen so schnell und so weit wie möglich senken und gleichzeitig die CO₂-Entnahme deutlich ausbauen. Damit dieser Hochlauf gelingt, müssen wir wissenschaftlich fundiert bewerten können, welchen Beitrag unterschiedliche Verfahren leisten und unter welchen Bedingungen sie sinnvoll eingesetzt werden können. Genau diese Fragen stehen im Mittelpunkt der zweiten Förderphase von CDRterra“, sagte Prof. Dr. Julia Pongratz, Sprecherin von CDRterra und Inhaberin des Lehrstuhls für Physische Geographie und Landnutzungssysteme an der LMU München.

„Mit dem gemeinsamen Bewertungsrahmen und dem Zukunftsszenario für die CO₂-Entnahme in Deutschland haben wir in der ersten Förderphase eine wichtige Grundlage geschaffen. Jetzt erweitern wir diesen Ansatz auf zusätzliche Anwendungsfelder und verzahnen ihn enger mit den Arbeiten der Forschungsmission CDRmare. So können wir land- und ozeanbasierte Verfahren künftig auf einer gemeinsamen Grundlage bewerten“, sagte Dr. Felix Havermann, Wissenschaftlicher Koordinator von CDRterra an der LMU.

Austausch und Vernetzung

Neben wissenschaftlichen Workshops bot die General Assembly Gelegenheit zum Austausch mit dem Partnerprogramm CDRmare sowie mit Vertreter des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt über aktuelle Entwicklungen in der Forschungs- und Innovationspolitik zur CO₂-Entnahme. Darüber hinaus stellte das Early Career Scientists Forum seine Aktivitäten vor und förderte die Vernetzung des wissenschaftlichen Nachwuchses innerhalb von CDRterra.