Studieninteressierte

Die Zukunft unseres Planeten gestalten: Infos für Studieninteressierte der Geowissenschaften

Die Geowissenschaften - eine vielfältige Naturwissenschaft

Geowissenschaften wollen das System Erde besser verstehen. Zum System Erde gehören der Aufbau und die Zusammensetzung der Erde und ihrer Materialien, ihre Entstehung und Geschichte, ihre bisherigen, aktuellen und zukünftigen Veränderungen, und die Wechselwirkungen und Stoffkreisläufe zwischen fester Erde, Ozeanen und Atmosphäre.

Das System Erde ist daher ein komplexes, dynamisches Zusammenspiel von physikalischen, chemischen und biologischen Prozessen. Um diese Prozesse zu verstehen und wissenschaftlich zu beschreiben, sind fundierte Kenntnisse in Physik, Chemie, Biologie und Mathematik für Geowissenschaftler*innen wichtig.

Die Vielfältigkeit der Prozesse im System Erde bedingt eine Spezialisierung der Geowissenschaftler*innen auf eine geowissenschaftliche Teildisziplin. Den verschiedenen geowissenschaftlichen Disziplinen ist aber gemeinsam, dass sie insbesondere Werkzeuge aus Physik, Chemie, Biologie und Mathematik benötigen.

Die Geowissenschaften sind von Gegensätzen und Extremen geprägt wie kaum eine andere Naturwissenschaft. Prozesse des Systems Erde können Jahrmillionen dauern oder nur einen Bruchteil einer Sekunde. Die Geowissenschaften befassen sich daher sowohl mit Ereignissen in der geologischen Vergangenheit als auch aktuell wirkenden Prozessen und Entwicklungen der Zukunft. Auch in Bezug auf den Raum decken die Geowissenschaften enorme Größenskalen ab. Die Forschungsbereiche der Geowissenschaften reichen vom atomaren Aufbau von Kristallen bis zu globalen Objekten wie den Schalen des Erdkörpers.

Die Forschungs- und Anwendungsbereiche der Geowissenschaften sind sehr zahlreich und vielfältig. Die folgende Liste gibt nur einige Beispiele für wichtige geowissenschaftliche Themengebiete.

  • Aufbau der Erde
  • Prozesse, die zu Aufbau und Entwicklung der Erde beitragen (z.B. Plattentektonik, Mantelkonvektion, Erosion) und die den Lebensraum des Menschen prägen
  • Eigenschaften und Entstehungsprozesse der Minerale und Gesteine

  • Entstehung und Entwicklung des Lebens

  • Erforschung anderer Planeten auf Basis der an der Erde gewonnenen Erkenntnisse

  • Bildung und Vorkommen von Rohstoffen (z.B. Energiequellen, Erze, Gesteine, Erden), deren Erkundung, Erschließung und Verarbeitung

  • Entwicklung neuer Materialien auf der Basis von Mineralen, Kristallen und Gläsern (z.B. Halbleiter, Speichermaterialien, Bindemittel, Spezialkeramiken)

  • Entwicklung von Rückgewinnungs- und Recyclingstrategien wichtiger mineralischer Wertstoffe

  • Einschätzung von Naturgefahren und Georisiken (z.B. Erdbeben, Vulkanausbrüche und Hangbewegungen)

  • Ingenieurgeologische Begutachtung und Begleitung von großen Bauwerken (z.B. Verkehrstunnel, Wasserkraftanlagen und geothermische Anlagen)

  • Entwicklung und Betrieb von Erdbeobachtungssystemen

  • Wechselwirkung zwischen Lebewesen und der festen Erde

  • Geowissenschaftliche Beurteilung menschlicher Eingriffe in die Umwelt

  • Entwicklung von Methoden zum Schutz unserer Umwelt und zur Beseitigung von Umweltschäden (z.B. von Altdeponien in Grundwasser und Böden)

  • Vorhersage zukünftiger Veränderungen der Umwelt im globalen Maßstab

Diese Liste zeigt, dass geowissenschaftliche Themen von großer gesellschaftlicher Bedeutung sind. Es ist klar, dass Ressourcenknappheit, Naturkatastrophen und globale Veränderungen Herausforderungen sind, für deren Überwindung geowissenschaftliches Know-How auch in Zukunft sehr wichtig sein wird.

Mit diesen Methoden arbeiten Geowissenschaftler*innen u.a.:

  • Im Labor werden chemische und physikalische Eigenschaften von Stoffen untersucht. Dazu gehören beispielsweise Element- und Isotopenanalysen von Mineralen und Gesteinen, die Messungen von magnetischen Eigenschaften von Kristallen oder Analysen der Zusammensetzungen wässriger Lösungen.

  • Proben müssen für eine Untersuchung im Labor vorbereitet werden. Die Probenpräparation ist meist speziell auf die jeweilige Messmethode abgestimmt und kann Schleifen, Polieren, Einbetten oder Pulverisieren beinhalten.

  • Eine wichtige Rolle für geowissenschaftliche Studien auf kleinsten Größenskalen spielt die Mikroskopie. Neben der klassischen Lichtmikroskopie kommt auch hochauflösende Mikroskopie wie Elektronenmikroskopie oder Rastersondenmikroskopie zum Einsatz.

  • Die Charakterisierung und Identifzierung von kristallinen Materialien erfolgt oft durch Beugungs- und Streuungsverfahren, bei denen die Proben mit Elektronen-, Neutronen- oder Röntgenstrahlung analysiert werden.

  • Außer natürlich vorkommenden Materialien werden neue, synthetisierte Materialien erforscht. Das Verhalten dieser Materialien wird teilweise unter extremen Druck- oder Temperaturbedingungen untersucht.

  • Ein großer Teil geowissenschaftlicher Forschung spielt sich nicht im Labor oder im Gelände ab, sondern am Computer. Denn die Messdaten, die im Gelände erhoben, von Messstationen aufgezeichnet oder bei Laboruntersuchungen gewonnen wurden, müssen ausgewertet und interpretiert werden.

  • Computergestützte Modellierung an Rechenzentren kommt zum Einsatz, wenn Prozesse nicht direkt beobachtbar sind, zum Beispiel, weil sie sich auf zu langen Zeitspannen oder auf zu großen oder kleinen Raumskalen abspielen. Das ist zum Beispiel in der Geologie und Geophysik der Fall, wenn Prozesse der globalen Erde (wie Wellenausbreitung oder Mantelkonvektion) simuliert werden sollen.

  • Geologische Feldarbeit umfasst das Kartieren und die Gesteinsansprache im Gelände, Probenahme auf oder unterhalb der Erdoberfläche (z.B. durch Bohrungen an Land oder auch in der Tiefsee) sowie die Datenerfassung mit mobilen Messgeräten.

  • Zu den modernen Methoden der Geowissenschaften gehört die 3D Visualisierung von Strukturen, die an der Erdoberfläche aufgeschlossen sind. Flugzeug- und Satellitendaten werden für geologische Fernerkundung genutzt.

Das Studium auf einen Blick

AbschlussBachelor of Science, B.Sc.
Studiendauer6 Semester Regelstudienzeit
Credits180 ECTS, Vollzeitstudium
StudienbeginnWintersemester
(Sommersemester nur für höhere
Fachsemester möglich)
SpracheDeutsch
ZulassungsvoraussetzungAbitur oder gleichwertige
Hochschulzugangsberechtigung
Bewerbungbis zum 15. Juli (an der TUM)

Das Studium der Geowissenschaften in München

Besonderheiten am Standort München - Warum am GeoZentrum München studieren?

Viele Universitäten in Deutschland bieten einen Bachelorstudiengang in Geowissenschaften oder verwandte Studiengänge an. Doch was macht den Studiengang in München besonders?

Der Studiengang am Münchner GeoZentrum wird von der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) und der Technischen Universität München (TUM) gemeinsam angeboten. Dadurch haben Sie die Möglichkeit, an zwei der führenden Universitäten Deutschlands gleichzeitig zu studieren. Im Rahmen des Kooperationsvertrages sind Studierende im Bachelor "Geowissenschaften" an beiden Universitäten eingeschrieben. Der Semesterbeitrag wird dabei nur an die TUM entrichtet. Nach erfolgreicher Bewerbung und Immatrikulation an der TUM erfolgt die Einschreibung an der LMU automatisch.
Für den konkreten Studienalltag bedeutet die Kooperation der beiden Universitäten, dass Sie Angebote an beiden Hochschulen wahrnehmen können: Sie haben Zugang zu den (Online-)Bibliotheken von LMU und TUM, können studienbegleitende Kurse wie Sprachkurse oder Soft-Skill-Kurse an der Uni Ihrer Wahl besuchen und Sie können sich auf Stipendien- und Austauschprogramme beider Hochschulen bewerben.
Im Rahmen des Bachelor-Studiengangs bieten die geowissenschaftlichen Fachbereiche beider Universitäten ein sehr breites Angebot von Lehrveranstaltungen an. Dieses breite Angebot ermöglicht es den Studierenden, sich im Laufe ihres Bachelor-Studiums in unterschiedlichsten geowissenschaftlichen Disziplinen zu spezialisieren.

Das Studium „B.Sc. Geowissenschaften“ ist ein 1-Fach Bachelor. Das bedeutet, dass die Studierenden kein Nebenfach belegen. Außerdem handelt es sich um ein Vollzeitstudium. Pro Semester sind 30 ECTS-Punkte zu absolvieren. Die Regelstudienzeit beträgt 6 Semester. Das Studium kann nur zum Wintersemester begonnen werden. Rechtlich bindend ist hierbei die Prüfungs- und Studienordnung.

Die Geowissenschaften sind eine Naturwissenschaft. Deshalb ist auch das Studium der Geowissenschaften mathematisch-naturwissenschaftlich geprägt. In den ersten Semestern werden die Grundlagen in Mathematik, Physik, Chemie und Biologie vermittelt. Daneben finden erste einführende Veranstaltungen in den Geowissenschaften statt. In den darauffolgenden Semestern werden zunehmend mehr geowissenschaftliche Inhalte gelehrt.

Das Studium der Geowissenschaften unterscheidet sich inhaltlich vom Fach „Geografie“, das in der Schule unterrichtet wird. Auch wenn der spätere Beruf nicht unbedingt mit Gesteinen zu tun haben muss, bilden Minerale und Gesteine die Grundlage der Geowissenschaften. Ab dem ersten Semester finden Kurse statt, in denen Studierende lernen, Minerale und Gesteine zu identifizieren. Vorkenntnisse sind zwar hilfreich, aber nicht zwingend nötig.

Vertiefungsrichtungen

Im Bachelorstudiengang Geowissenschaften haben die Studierenden die Möglichkeit, sich für eine Vertiefungsrichtung zu entscheiden und dadurch bereits im Bachelor-Studium thematische Schwerpunkte zu setzen. Zur Auswahl stehen die Vertiefungsrichtungen Geologie, Geobiologie, Mineralogie und Geophysik. In jeder Vertiefung bestehen zahlreiche Wahlmöglichkeiten der Module, sodass die Studierenden die Inhalte des Studiums gemäß ihren Interessen gestalten und ihren eigenen Weg einschlagen können. Es gibt wenige Pflichtveranstaltungen. Die Wahlmöglichkeiten der Wahlpflichtveranstaltungen ist in der Prüfungs- und Studienordnung geregelt. Es gibt aber dringende Empfehlungen für die Wahlpflichtbereiche der vier Vertiefungsrichtungen. Diese Empfehlungen sind in den verschiedenen Studienplänen zusammengestellt.

In den ersten zwei Semestern ist der Stundenplan aller Vertiefungsrichtungen nahezu identisch. Ab dem dritten Semester werden je nach Vertiefungsrichtung unterschiedliche Module belegt. Die einzige Ausnahme bildet die Vertiefung Geophysik: Da für die Geophysik fundierte Grundlagen in Physik und Mathematik nötig sind, besuchen die Geophysik-Studierenden bereits ab dem ersten Semester eigene Lehrveranstaltungen gemeinsam mit den Studierenden im Bachelor Physik der LMU. Mit zunehmendem Studienfortschritt spezialisieren sich die Studierenden folglich auf die Bereiche, die ihnen am besten liegen.

Praxis

Die vielen praktischen Lehrveranstaltungen machen das Studium der Geowissenschaften besonders: Neben Gesteins- und Mineralbestimmungskursen, Gelände- und Kartierkursen ermöglichen auch zahlreiche Laborkurse praktische Erfahrungen zu sammeln. So erlangen Studierende der Geowissenschaften je nach Vertiefungsrichtung Expertise und Urteilsfähigkeit im Gelände oder die Anwendung von modernsten physikalischen und chemischen Analyse- und Syntheseverfahren an Materialien oder die Durchführung komplexer Rechenverfahren mit Hochleistungscomputern.

Prüfungen

Am Ende des ersten Semesters wird eine Grundlagen- und Orientierungsprüfung (GOP) abgelegt. In dieser schriftlichen Klausur wird grundlegendes Wissen der Geowissenschaften geprüft, das im Modul P1 Geowissenschaften I gelehrt wird. Diese Prüfung darf bei Nichtbestehen nur einmal nach einem Jahr wiederholt werden. Ist die Prüfung dann nicht bestanden, erfolgt die Exmatrikulation.

Die Prüfungen im Bachelor-Studiengang Geowissenschaften können verschiedene Formen haben. Neben schriftlichen Klausuren werden auch Exkursionsberichte oder Hausarbeiten verlangt.

Weiterführenden Informationen finden Sie unter dem 1x1 für Studieninteressierte der LMU

Abschluss

Schließen Sie das Bachelorstudium Geowissenschaften erfolgreich ab, erhalten Sie den Titel "Bachelor of Science" ("B.Sc.").

Anmeldung zu den Lehrveranstaltungen

Für die Teilnahme an den Lehrveranstaltungen ist eine Anmeldung erforderlich. Die Informationen zur Anmeldung für die Lehrveranstaltungen im Bachelor-Studiengang Geowissenschaften werden bei der Einführungsveranstaltung Anfang Oktober bekannt gegeben.

Bachelorarbeit/Abschlussprüfung

Die Abschlussprüfung ist eine schriftliche Bachelorarbeit. Informationen zur Bearbeitungszeit, den Inhalten, der Form und den Anmeldefristen der Bachelorarbeit finden Sie in der Prüfungs- und Studienordnung oder auf der Website des Prüfungsamts.

Bachelor-Studiengang und Masterstudiengang

Es wird zwischen Grundstudium (Bachelor-Studiengang) und Aufbaustudium (Master-Studiengang) unterschieden. Ein Aufbaustudium ist ein postgraduales Studium und setzt den Abschluss des Grundstudiums voraus.

Bewerbung

Um ein Studium zu beginnen, ist zunächst eine Bewerbung für den Studiengang nötig. Der Bachelor-Studiengang Geowissenschaften kann nur zum Wintersemester begonnen werden. Die Bewerbungsfrist ist der 15. Juli eines jeden Jahres. Die Bewerbung erfolgt online bei der TUM.

Dekan*in und Studiendekan*in

Ein*e Dekan*in leitet eine Fakultät und ist für die Sicherstellung und Weiterentwicklung von Forschung und Lehre verantwortlich sind. Sie werden unterstützt von den Studiendekan*innen, die speziell für die Lehre zuständig sind und sich um die Belange der Studierenden kümmern.

ECTS

Die erbrachten Leistungen werden in ECTS-Punkten gemessen („European Credit Transfer System“). Die Anzahl der Punkte orientiert sich am Arbeitsaufwand, der für eine Lehrveranstaltung oder ein Modul vorgesehen ist. 1 ECTS-Punkt entspricht 30 Stunden. Der gesamte Bachelor-Studiengang umfasst 180 ECTS-Punkte.

Fachschaft Geowissenschaften

Die Fachschaft ist ein Zusammenschluss von Studierenden der Geowissenschaften, die die studentischen Interessen in den universitären Gremien vertreten und das Studium durch zahlreiche Angebote (Organisation von Feiern, Verleih von Geländeausrüstung und vieles mehr) mitgestalten. Außerdem kann sie für Studierende eine vertrauliche Anlaufstelle bei Fragen oder Problemen sein.

Fakultät/School

Eine Fakultät (LMU) bzw. eine School (TUM) ist eine fachliche Organisationseinheit der Universität. Sie ist inhaltlich für den Bereich der Studiengänge zuständig.

Geländeveranstaltung

Eine Geländeveranstaltung ist eine praktische Lehrveranstaltung, die draußen im Gelände stattfindet. Eine Exkursion ist eine Führung durch eine geologische Lokalität oder durch einen Betrieb.

GeoZentrum

Das Münchner GeoZentrum ist die Kooperation der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) und der Technischen Universität München (TUM) in der geowissenschaftlichen Forschung und Lehre. Der Bachelor-Studiengang Geowissenschaften ist ein Angebot des Münchner GeoZentrums.

Grundlagen- und Orientierungsprüfung

Die Grundlagen- und Orientierungsprüfung (GOP) stellt fest, ob die Studierenden für das jeweilige Studium geeignet sind. Im Bachelor Geowissenschaften ist dies die Prüfung des Moduls P1 Geowissenschaften I im ersten Semester. Diese Prüfung kann bei Nichtbestehen nur einmal im dritten Semester wiederholt werden. Gilt die Prüfung im dritten Semester als nicht bestanden, hat dies eine Exmatrikulation zur Folge.

Immatrikulation

Nach der Zulassung (= Angebot eines Studienplatzes) erfolgt die Immatrikulation. Immatrikulierte Student*innen erhalten eine Matrikelnummer und einen Studierendenausweis.

Lehrveranstaltungen

An der Universität werden verschiedene Veranstaltungen angeboten, die sich in der Weise, wie den Student*innen der Lernstoff vermittelt wird, deutlich unterscheiden. Es gibt beispielsweise Vorlesungen, Übungen, Tutorien, Seminare, Geländeveranstaltungen und Praktika.

Leistungsnachweis (Transcript of Records)

Die Prüfungsergebnisse werden auf dem Leistungsnachweis aufgelistet. Studierende im Bachelor Geowissenschaften können einen Notenauszug beim zuständigen Prüfungsamt beantragen. Die Notenauszüge sollten regelmäßig auf Vollständigkeit und Richtigkeit geprüft werden.

Module

Thematisch ähnliche Lehrveranstaltungen sind zu Modulen zusammengefasst. Die Endnote für das Modul setzt sich aus einer Modulprüfung oder aus mehreren Modulteilprüfungen zusammen.

Pflichtmodule

Die Belegung von Modulen kann für die Studierenden verpflichtend oder freiwillig sein. Dies ist abhängig von dem Studienprogamm und der individuellen Schwerpunktsetzung und wird ausführlich in der Prüfungs- und Studienordnung beschrieben. Pflichtmodule müssen belegt werden.

Professur/Lehrstuhl

Professor*innen sind an Hochschulen für die Durchführung von wissenschaftlicher Forschung und Lehre zuständig. Es gibt unterschiedliche Professuren. Sog. ordentliche Professor*innen führen einen Lehrstuhl.

Prüfungen

Prüfungen müssen mindestens mit der Note 4.0 bewertet werden, um als „bestanden“ zu gelten und die ECTS-Punkte zu erhalten. Die in den Prüfungen erreichten Noten werden nach der Zahl der ECTS-Punkte gewichtet und ergeben die Abschlussnote. Die meisten Prüfungen finden am Ende der Vorlesungszeit statt.

Prüfungsamt

Ist eine Prüfung ablegt und korrigiert, so wird das Ergebnis von den Prüfer*innen an das Prüfungsamt gemeldet. Das Prüfungsamt verwaltet die Leistungen und stellt auf Nachfrage Dokumente und Bescheinigungen aus. Für den Bachelor-Studiengang Geowissenschaften ist die Kontaktstelle Geowissenschaften des Prüfungsamts Naturwissenschaft Innenstadt (PaNI) zuständig.

Prüfungsformen

Es gibt verschiedene Prüfungsformen: schriftliche Klausuren, Hausarbeiten, Vorträge, Exkursionsberichte o. Ä.. Die Art der Prüfungsform einer Veranstaltung ist in der Prüfungsordnung festgelegt. Oft ist für die Prüfungsteilnahme eine Anmeldung erforderlich.

Prüfungs- und Studienordnung

Die Prüfungs- und Studienordnung bildet die rechtliche Grundlage für das Studium. Gültig für die komplette Zeit des Studiums ist die zum Zeitpunkt des Studienbeginns aktuellste Version der Prüfungs- und Studienordnung.

Regelstudienzeit

Die Regelstudienzeit gibt an, wie viele Semester für die Bewältigung des Studiums vorgesehen sind. Ihre Einhaltung ist nicht verpflichtend; ihre Überschreitung aber nur begrenzt möglich.

Vorlesungszeit und vorlesungsfreie Zeit

Die Vorlesungszeit des Wintersemesters dauert in der Regel von Mitte Oktober bis Mitte Februar, die des Sommersemesters von Mitte April bis Mitte Juli. Dazwischen ist vorlesungsfreie Zeit, umgangssprachlich auch als „Semesterferien“ bezeichnet. In der vorlesungsfreien Zeit finden nicht selten Blockkurse, (Labor-)Praktika, Geländeveranstaltungen oder Exkursionen statt.

Wahlpflichtmodule

Wahlpflichtmodule können aus einem Angebot von Veranstaltungen nach individuellem Interesse ausgewählt werden. Es werden so viele Module belegt, dass die nötigen ECTS-Punkte erreicht werden.

Eindrücke des Studienstandorts München

  1. Aufnahme des Gebäudes in der Richard-Wagner-Straße 10
  2. Gebäude in der Theresienstraße 41

Haupteingang Fakultät Geowissenschaften LMU, Luisenstraße 37

Eingang Paläontologie und Bayerische Staatssammlung für Paläontologie und Geologie, Richard-Wagner-Straße 10

© Natalie Rusz

Foyer der Bayerischen Staatssammlung für Paläontologie

Eingang Museum Mineralogia, Theresienstraße 41

Blick von Westen auf das Gebäude der Theresienstraße 41

© Natalie Rusz

Haupteingang Stammgelände Innenstadt TUM, Arcisstraße 21

Innenhof in der Luisenstraße, zum Entspannen zwischen den Vorlesungen

Gebäude der Mensa Arcisstraße

Treppenaufgang Gebäude Luisenstraße 37

Geologisches Museum, Gang in der Luisenstraße 37

Der Weg zum Studienplatz

Bewerbung

Das Bewerbungsverfahren für den Bachelor-Studiengang "Geowissenschaften" erfolgt ausschließlich über die Technische Universität München. Hierbei ist die Bewerbungsfrist vom 15. Mai bis 15. Juli zu berücksichtigen. Für Ihre Bewerbung legen Sie sich ein online-Konto über TUMonline, dem online-Portal der TUM, an. Alle Informationen zur Bewerbung an der TUM finden Sie hier.

Im Bewerbungsprozess müssen Sie alle geforderten Dokumente hochladen. Den Status Ihrer Bewerbung können Sie jederzeit in Ihrem TUMonline Account einsehen.

Eine Bewerbung an der LMU ist nicht notwendig.

Immatrikulation

Sind alle Dokumente fristgerecht hochgeladen und vom Immatrikulationsamt der TUM geprüft, können Sie sich immatrikulieren. Bitte folgen Sie hier ebenfalls den Informationen in Ihrem TUM-online-Account.

Nach erfolgreicher Immatrikulation werden Ihre Daten an die LMU übermittelt, so dass Sie an beiden Universitäten immatrikuliert sind.

Darüber werden Sie per E-Mail informiert. Auch an der LMU erhalten Sie eine Matrikelnummer und eine Benutzerkennung, mit der Sie sich in den Online-Portalen der LMU anmelden können. Die Zusendung der Benutzerkennung erfolgt durch den IT-Servicedesk der LMU und kann ein bis zwei Wochen in Anspruch nehmen. Sollten Sie bis zu Beginn der Vorlesungszeit noch keine LMU-Benutzerkennung erhalten haben, wenden Sie sich bitte an den IT-Servicedesk der LMU.

Einführungsveranstaltung

Nach der Immatrikulation erhalten Sie eine Einladung zur Einführungsveranstaltung für den Bachelor-Studiengang Geowissenschaften, die Anfang Oktober stattfindet. Die Einführungsveranstaltung ist Ihre Möglichkeit, die Ansprechpersonen fürs Studium kennenzulernen, sich mit Ihren zukünftigen Kommiliton*innen zu vernetzen und eine Führung über den Campus zu erleben. Insbesondere erhalten Sie bei der Einführungsveranstaltung alle Informationen zum weiteren Vorgehen bis Studienbeginn, den Anmeldefristen und den Ablauf des Studiums sowie studienbegleitende Angebote der Universität. Die Teilnahme an der Einführungsveranstaltung wird dringend empfohlen!

Im Folgenden finden Sie einige Empfehlungen, wie Sie die Zeit bis zum Studienbeginn sinnvoll nutzen können:

  • Auffrischung der Mathematikkenntnisse
    An der LMU und TUM wird kein Mathematik-Vorbereitungskurs, der speziell auf den Bachelor-Studiengang Geowissenschaften zugeschnitten ist, angeboten. Es besteht allerdings die Möglichkeit, selbstständig einen Online-Brückenkurs (OMB+) zu absolvieren.
  • Wiederholung des Schulwissens in den Naturwissenschaften
    Fundiertes Grundwissen in Chemie und Physik ist eine gute Basis für das Studium der Geowissenschaften.
  • Entscheidung für oder gegen die Vertiefungsrichtung Geophysik
    Während die Wahl der Vertiefungsrichtungen Geologie, Mineralogie und Geobiologie erst im dritten Semester stattfindet, sollte die Entscheidung zur Wahl der Vertiefung Geophysik bereits zu Studienbeginn getroffen werden.
  • Sicherung der Studienfinanzierung
    Informationen zur Studienfinanzierung werden auf den Seiten der LMU und TUM bereitgestellt. Im Studium der Geowissenschaften können zusätzliche Kosten für Exkursionen anfallen.
  • Teilnahme an der Einführungsveranstaltung
    Eine Einladung zur Einführungsveranstaltung Anfang Oktober erhalten Sie nach erfolgreicher Bewerbung.

Fachstudienberatung für den Bachelor-Studiengang Geowissenschaften

Zentrale Studienberatung

Studiengangskoordination

Fachschaft Geowissenschaften

Spezielle Beratungsangebote
z.B. für Studierende mit Kind oder Studierende mit gesundheitlicher Beeinträchtigung

Perspektiven nach dem Studium

Aufbauend auf den Bachelor-Studiengang Geowissenschaften werden an den beiden Münchner Universitäten vier Masterstudiengänge angeboten. Die Masterstudiengänge haben eigene Bewerbungs- und Zulassungsverfahren. Die Wahl einer Vertiefungsrichtung im Bachelor-Studiengang stellt jeweils eine optimale Vorbereitung für einen bestimmten Master-Studiengang dar. Abweichungen im Studienverlauf führen daher auch immer zu einem gewissen Defizit in den fachlichen Grundlagen für das jeweilige weiterführende Studium. Je größer dieses Defizit ist, desto größer ist die Gefahr, im gewünschten Master-Studiengang abgelehnt zu werden.

Die folgenden Master-Studiengänge stehen zur Auswahl:

Die meisten Tätigkeitsfelder von Geowissenschaftlern setzen einen höheren Hochschulabschluss als den Bachelor-Abschluss voraus. In der Regel schließt sich an den Bachelor-Abschluss also ein Master-Studium an. So vielfältig wie die Geowissenschaften selbst sind dann auch die Möglichkeiten, die nach dem Abschluss des Master-Studiums offenstehen. Den typischen Beruf für Geowissenschaftler*innen gibt es nicht. Die Einsatzbereiche unterscheiden sich dabei nicht nur im Themengebiet, sondern ebenso stark in den Methoden. Ihre zukünftige Tätigkeit kann daher ebenso im Gelände sein wie im Büro oder im Labor.

Eine Auswahl möglicher Tätigkeitsbereiche für Absolvent*innen mit Abschluss in den Geowissenschaften umfasst:

  • Geowissenschaftliche Ingenieurbüros und Beratungsbüros: Begutachtungen, Baugrundbewertungen, Einschätzung von Naturrisiken, Altlastensanierung, Renaturierung, Geothermie

  • Ämter, Behörden (z.B. Geologische Landesämter, geologischer Dienst, Bergämter, Wasserbehörden): Datenerhebung und -analyse (z.B. von Grundwasser oder seismischer Aktivität); Informations- und Wissensmanagement; Genehmigungsverfahren und Aufsicht.

  • Sammlungen und Museen (z.B. Archäometrie, Museumspädagogik, kuratierende und konservierende Tätigkeiten)

  • Forschungseinrichtungen und Hochschulen: Forschung und Lehre (im gesamten Spektrum der geowissenschaftlichen Disziplinen)

  • Industrie: Materialentwicklung und -verbesserung, Qualitätsprüfung und -sicherung, (z.B. chemische und keramische Industrie, Glas-, Zement-, Papier-, Halbleiter-Industrie)

  • Versicherungssektor (z.B. Begutachtungen und Risikobewertungen bei Versicherern und Rückversicherungen)

  • Prospektion und Exploration von Rohstoffen (z.B. Wässer, Tone, Sande, Kiese, Salze, Erze, Energieträger)

Fachübergreifende Tätigkeiten und Selbstständigkeit

Da Geowissenschaftler*innen eine interdisziplinäre Ausbildung mit einem breiten Spektrum an Naturwissenschaften haben, finden sie nicht selten auch in den Schnittbereichen zu angrenzenden Fachbereichen wichtige Betätigungsfelder (z.B. Kristallographen in der Pharmazie oder Ingenieurgeologen im Bauingenieurwesen). Wenn während des Studiums Kenntnisse im Programmieren und computergestützter Modellierung erworben wurden, kann der Weg von Geowissenschaftler*innen auch beispielsweise in die IT- und Software-Branche führen. Darüber hinaus kann das Studium der Geowissenschaften insbesondere im Bereich der Ingenieurgeologie eine gute Basis für die Selbstständigkeit sein.

Chancen auf dem Arbeitsmarkt

Die Chancen auf dem Arbeitsmarkt sind individuell verschieden - gute Studierende haben gute Berufsaussichten. Zusätzlich zum Studium erworbene Kenntnisse z.B. durch Industriepraktika oder Sprach- und Programmierkurse können die Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern.

Individuelle Orientierung

Selbstverständlich ist es zum Studienbeginn noch nicht nötig, ein ganz genaues Bild davon zu haben, welcher Bereich der Geowissenschaften zum Beruf wird. Es ist die Regel, dass die Studierenden sich erst im Laufe ihres Studiums zunehmend spezialisieren und orientieren. Anhand ihrer Talente und Interessen wählen die Studierenden individuelle Wege.

Weitere Informationen zu den Berufsperspektiven für Geowissenschaftler*innen finden sich unter anderem auch auf den Internetseiten der geowissenschaftlichen Fachgesellschaften (z.B. Deutsche Geologische Gesellschaft, Deutsche Geophysikalische Gesellschaft, Deutsche Mineralogische Gesellschaft, Paläontologische Gesellschaft) und des Berufsverbands Deutscher Geowissenschaftler. Eine Liste von Unternehmen, in denen Studierende des Bachelor-Studiengangs Geowissenschaften in der Vergangenheit Praktika absolviert haben, befindet sich hier.