Seismologie
Globale Erdbebenwarte und Innovationszentrum für Rotationsseismologie
Globale Erdbebenwarte und Innovationszentrum für Rotationsseismologie
Die Erdbebenwarte am Geophysikalischen Observatorium Fürstenfeldbruck (GOF) ist eine zentrale Säule der seismischen Überwachung in Deutschland. Als Teil des German Regional Seismic Network (GRSN) und Sitz des Erdbebendienstes Bayern überwacht sie mit über 30 Stationen die regionale und weltweite Seismizität. Neben der Analyse von Schwarmbeben und vulkanischen Signalen leistet das GOF Pionierarbeit in der Rotationsseismologie: Mit dem weltweit einzigartigen Ringlaser ROMY werden Rotationsbewegungen der Erde und Variationen der Erdrotation in bisher unerreichter Präzision gemessen. Damit verbindet die Einrichtung klassischen Erdbebendienst mit geophysikalischer Hochtechnologie.
Die Erdbebenwarte des Münchner Erdobservatoriums ist mit ihren Stationen Fürstenfeldbruck (FUR) und Wettzell (WET) Bestandteil des Deutschen Regionalen Seismischen Netzes (GRSN) zur Beobachtung der weltweiten Erdbebenaktivität und überwacht mit weiteren 21 Stationen des Bayern-Netzes die Erdbebenherde Bayerns.
Die Erdbebenwarte am Geophysikalischen Observatorium in Fürstenfeldbruck (GOF) trägt mit den seismischen Stationen Fürstenfeldbruck (FUR) und Wettzell (WET) sowie weiteren Breitbandstationen unmittelbar zur Beobachtung der weltweiten Erdbebentätigkeit bei und ist damit auch Teil des Deutschen Seismologischen Regionalnetzes (German Regional Seismic Network - GRSN). Neben dieser federalen wissenschaftlichen Aufgabe betreut das GOF auch das Daten- und Analysezentrum des Erdbebebendienst Bayern, der in Zusammenarbeit mit dem bayerischen Landesamt für Umwelt ein Netz von mehr als 30 digitalen seismischen Stationen betreibt. Ziel dieser Initiative ist die umfassende Information der Öffentlichkeit über relevante seismische Aktivität in Bayern und Nachbargebiete (http://www.erdbeben-in-bayern.de). Alle aufgezeichnete Wellenformen (Seismogramme), sowie die bestimmten Erdbebenparameter und Stationsdaten werden vom GOF über den Unterknoten der European Integrated Data Archive (EIDA) Initiative bereitgestellt (http://erde.geophysik.uni-muenchen.de/fdsnws).
Neben Forschungsprojekten zu der Nutzung von Gradienten des seismischen Wellenfeldes liegt der Fokus der wissenschaftlichen Arbeit der Erdbebenwarte am GOF in der Untersuchung von Schwarmbeben in den Regionen Vogtland und Bad Reichenhall, sowie der Analyse von seismischen Signalen vulkanischen Ursprungs. Darüberhinaus spielt das GOF eine Schlüsselrolle bei der seismischen Überwachung von tiefer Geothermie im Großraum München sowie in SO-Bayern.
Seit 2016 beherbergt das GOF zudem einen Groß-Ringlaser, mit dem hochaufgelöste Studien zur seismischen Wellenausbreitung und Variationen der Erdrotation ermöglicht werden: ROMY. Dieses als perfekter Tetraeder ausgebildete Instrument verspricht mit seinen Seitenlängen von ca. 12 m und seinen vier Komponenten eine deutlich höhere Sensitivität als der weltweit stabilste Ringlaser G0 (Wettzell), welcher aus einem horizontal liegenden Ring besteht. Während letzterer als nahezu perfekter Monolith ausgebildet ist, stellt ROMY in seiner finalen Ausbaustufe ein so genanntes virtuelles Monument dar.
Andreas Brotzer, Heiner Igel, Eléonore Stutzmann, Jean‐Paul Montagner, Felix Bernauer, Joachim Wassermann, Rudolf Widmer‐Schnidrig, Chin‐Jen Lin, Sergey Kiselev, Frank Vernon, Karl Ulrich Schreiber; Characterizing the Background Noise Level of Rotational Ground Motions on Earth. Seismological Research Letters 2023;; 95 (3): 1858–1869. doi: https://doi.org/10.1785/0220230202
Science Abstract - Rotational Seismology
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ROMY ring laser measures Earth's rotation
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