Der Klimawandel stellt eine zunehmende Bedrohung für die urbane Bevölkerung dar, insbesondere durch extreme Hitzeereignisse und Luftbelastung. Diese Effekte gefährden vor allem vulnerable Gruppen wie Kinder, ältere Menschen und chronisch Kranke. Ziel des interdisziplinären Forschungsprojekts MEDICUS sind die klimatische Modellierung und Umweltmodellierung dieser Herausforderungen und die Ableitung konkreter Handlungsempfehlungen für individuelle, urbane und planetare Gesundheit aus umweltmedizinischer und städtebaulicher Perspektive. Dazu werden zunächst hochaufgelöste Stadtklimamodellierungen mit großskaligen Klimasimulationen verknüpft, um präzise Aussagen zu künftigen Belastungsmustern zu ermöglichen und sowohl langfristige Trends als auch kurzfristige Belastungsspitzen zu erfassen. Auf dieser Grundlage werden in Reallaboren auf Nachbarschaftsebene in München und Augsburg evidenzbasiert und partizipativ Strategien zur Stärkung von Problembewusstsein und zur Minderung klimabedingter Gesundheitsrisiken entwickelt, evaluiert und durch digitale Tools wie eine Resilience-App und ein Serious Game verbreitet, sowie durch Simulationsmodelle auf weitere Städte übertragen. Zudem werden die wissenschaftlichen Erkenntnisse systematisch in Bildungsformate integriert, um praxisnahe Anpassungsstrategien im Sinne einer Bildung für urbane Transformation zu vermitteln.