MEDICUS: Bildung für eine klimaresiliente und gesunde Stadt
14.08.2026
Hitze, Pollen und Luftverschmutzung belasten die Gesundheit. MEDICUS erforscht, wie Bildung Menschen für klimabedingte Gesundheitsrisiken stärken kann.
14.08.2026
Hitze, Pollen und Luftverschmutzung belasten die Gesundheit. MEDICUS erforscht, wie Bildung Menschen für klimabedingte Gesundheitsrisiken stärken kann.
Interview im Rahmen einer Befragung älterer Personen zu ihrem Umgang mit Hitze | © el mundo
Hitze, Pollen, Luftverschmutzung: Der Klimawandel ist auch in München spürbar und verstärkt gesundheitliche Belastungen. Besonders deutlich zeigt sich dies bei den zunehmenden Hitzebelastungen: Das Referat für Klima- und Umweltschutz der Landeshauptstadt München (RKU) hat bis zum 3. August 2026 bereits 26 heiße Tage und 6 Tropennächte gezählt (siehe „Sommerbilanz“ des RKU) . Zum Vergleich: Der langjährige Durchschnitt von 1991 bis 2020 liegt für München bei lediglich 11 heißen Tagen und keiner Tropennacht pro Jahr.
Wie können Menschen mit diesen zunehmenden klimabedingten Gesundheitsrisiken umgehen? Mit dieser Frage beschäftigt sich das interdisziplinäre Forschungsprojekt MEDICUS – Anpassungsstrategien an MEDIzinisChe Implikationen des Klimawandels für eine Urbane TranSformation. Das von März 2026 bis Februar 2031 laufende Projekt wird im zweiten Förderabschnitt des Bayerischen Klimaforschungsnetzwerks (BayKlif2) gefördert. Beteiligt sind unter anderem die LMU München, die Universität Augsburg, das Universitätsklinikum Augsburg und die Technische Universität München.
MEDICUS untersucht, wie sich Klimawandel, Hitze und Luftbelastung auf die Gesundheit in Städten auswirken und wie Städte klimaresilient gestaltet werden können. Dabei stehen insbesondere vulnerable Gruppen wie Kinder, ältere Menschen und chronisch Kranke im Fokus. Mithilfe von Stadtklimamodellierungen, Reallaboren und digitalen Tools sollen wissenschaftlich fundierte und praxisnahe Strategien für eine gesunde und klimaresiliente Stadtentwicklung entwickelt werden.
Ein wichtiger Bestandteil des Projekts ist dabei die Bildung für urbane Transformation. Denn Wissen allein reicht nicht aus: Menschen müssen Risiken einschätzen können, konkrete Schutzmöglichkeiten kennen und in der Lage sein, im Alltag selbstwirksam zu handeln. Im Projekt wird deshalb untersucht, welche Strategien Menschen bereits nutzen und welche Kompetenzen für den Umgang mit klimabedingten Gesundheitsrisiken noch fehlen.
Gemeinsam mit besonders betroffenen Menschen werden in Reallaboren in München und Augsburg neue Lehr-Lernformate entwickelt, erprobt und evaluiert. Die Formate orientieren sich dabei eng am Alltag der Menschen und setzen auf Partizipation und gemeinsames Lernen. Ergänzend kommen digitale Tools wie eine Resilience-App und ein Serious Game zum Einsatz.
Denn Klimaresilienz braucht beides: eine Stadt, die sich baulich und planerisch an die Folgen des Klimawandels anpasst, und Menschen, die wissen, wie sie sich selbst und andere schützen können. Bildung ist dabei ein wichtiger Schlüssel. MEDICUS verbindet deshalb Forschung, Stadtplanung, Gesundheitswissenschaften und Bildung, um konkrete Wege zu einer gesünderen und klimaresilienten Stadt aufzuzeigen.