Im Rahmen der LMU Sustainability Week veranstalten wir einen hybriden internationalen GIST Hub Vortrag! Die Veranstaltung findet auf Englisch statt.
Der Link zur Teilnahme an der Veranstaltung wird rechtzeitig vor Veranstaltungsbeginn hier veröffentlicht.
Der GIST Hub bringt Forschende der LMU und der Pontificia Universidad Católica de Chile (UC) zusammen, um zu untersuchen, wie Governance und Innovation zu inklusiveren nachhaltigen Transformationen beitragen können. Dieser internationale Vortrag stellt zwei Projekte vor, die Lateinamerika und Deutschland miteinander verbinden.
Das Projekt „Green Supply and Innovation Networks between Germany and Latin America“ liefert eine systematische Bestandsaufnahme der Zusammenarbeit auf Unternehmensebene zwischen Deutschland und Lateinamerika entlang der Wertschöpfungsketten in den Bereichen erneuerbare Energien, kritische Mineralien und grüne Technologien. Der europäische ökologische Wandel hängt nicht nur vom Ausbau erneuerbarer Energien ab, sondern auch vom Aufbau widerstandsfähiger internationaler Partnerschaften für kritische Rohstoffe und die Entwicklung grüner Technologien. Lateinamerika hat sich zu einem wichtigen Partner in diesem Wandel entwickelt, sowohl als Lieferant kritischer Rohstoffe wie Lithium und Kupfer als auch als Mitgestalter globaler Nachhaltigkeitsagenden. Trotz der zunehmenden politischen Betonung strategischer Partnerschaften und globaler Wertschöpfungsketten gibt es kaum empirische Belege für die tatsächlichen Konfigurationen der unternehmerischen Zusammenarbeit, des Technologieaustauschs und der Integration in Wertschöpfungsketten zwischen Europa und Lateinamerika. Auf der Grundlage einer einzigartigen Unternehmensdatenbank, einer interkontinentalen Umfrage und automatisierter Webdatenanalysen untersucht die Studie vertikale Lieferkettenverflechtungen und horizontale Kooperationsstrukturen und bewertet, wie diese Beziehungen zur ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Nachhaltigkeit beitragen. Verankert in der Nachhaltigkeitsagenda zielt diese Studie darauf ab, eine empirische Grundlage für die Förderung einer inklusiven und nachhaltigen industriellen Entwicklung sowie interregionaler Innovation zu schaffen. Sie trägt ferner zum Verständnis sozialer und technologischer Innovation im Kontext erfolgreicher Nachhaltigkeitsstrategien bei.
Das Projekt „Political and economic geographies of renewables’ life cycles: public and private roles in EV battery reuse and recycling (EVBRR) planning“ bietet einen Überblick über den aktuellen Markt für EVBRR und die damit verbundene Infrastruktur auf globaler Ebene. Im Rahmen dieses Überblicks liegt der Schwerpunkt auf den Rollen des öffentlichen und privaten Sektors bei Standortentscheidungen, insbesondere angesichts der begrenzten Anzahl marktbeherrschender Elektrofahrzeughersteller wie Tesla, BYD und SAIC sowie Batteriehersteller (z. B. CATL, BYD) und der Frage, inwieweit diese ihrer „Herstellerverantwortung“ für diese Batterien nachkommen. Der besondere Fokus liegt hier nicht auf den technischen Aspekten dieses Lebenszyklus an sich, sondern auf den durch die öffentliche Politik geschaffenen und von den Planungsbehörden gesteuerten Anreizen für die Standortwahl der EVRR-Infrastruktur. Derzeit gibt es weltweit nur sehr wenige Zentren für die Batterierückgewinnung, da die Revolution bei Elektrofahrzeugen erst jetzt das Volumen an „ausgedienten“ Batterien erzeugt, das deren Existenz rechtfertigt. Diese Art von Infrastruktur wird jedoch in den kommenden zwei Jahrzehnten mit steigenden Wiederverwendungs- und Recyclingquoten zunehmen. Die Entwicklung dieser Infrastruktur in den einzelnen Ländern und Regionen wird im kommenden Jahrzehnt aufmerksam verfolgt und erfordert politische Maßnahmen, um sicherzustellen, dass Altfahrzeugbatterien, die noch über eine für andere Zwecke nutzbare Kapazität verfügen, effektiv genutzt werden und nicht zu unkontrolliertem Abfall werden, der das Landschaftsbild beeinträchtigt und möglicherweise Risiken für die Umwelt darstellt. Diese Entscheidungen sind stets mit politischen und wirtschaftlich-geografischen Überlegungen verbunden.